Content is king
Content is king! Ich habe es schon oft gesagt, andere haben es schon oft gesagt und im Prinzip weiß das nun jeder, doch was ist guter Content? Guter Content befriedigt grundlegende Bedürfnisse des Menschen der diesen Content konsumiert und das ist auch überhaupt der Beweggrund warum die Menschen ins Internet finden: die Befriedigung Ihrer grundlegenden Bedürfnisse.
Um nur einige zu nennen:
- Neugier - der Mensch ist grundlegend neugierig und strebt nach immer mehr wissen, wir wollen wissen wie die Welt funktioniert und was auf ihr passiert
- Kontakt - ein weiteres Bedürfnis ist die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen, derzeit schön im “Web2.0″ zu sehen, das soziale Web, Menschen kommunizieren miteinander und arbeiten sogar zusammen über das Web
- Prestige/Anerkennung - die ganzen Home-Videos von Menschen die sich auf Youtube die Blöße geben sind Beweis genug
- Gewinn - wer sich eine Stereoanlage kaufen will und erstmal bei einem Preisvergleich im Internet nachschaut, der kann Geld sparen und von dieser Motivation werden wir fast alle angetrieben
Was ist nun also guter Content? Ganz einfach, guter Content erfüllt einen oder mehrere Motivationen des Lesers. Sucht der Leser zum Beispiel nach einem Tutorial indem ihm erklärt wird wie AJAX funktioniert und wie er es einsetzen kann auf seiner Website, dann handelt er nach der Motivation Neugier (weil er an neuen Techniken interessiert ist) oder Leistung/Wettbewerb (weil er sich dadurch über andere, welche AJAX nicht beherrschen, erhebt). Wenn ihm das Tutorial genau beibringt wie AJAX funktioniert, handelt es sich also um guten Content? Nicht ganz.
Guter Content ist Ansichtssache
Angenommen du hast ein sehr gutes AJAX-Tutorial geschrieben: Nicht jeder Mensch der auf der Suche nach einem AJAX-Tutorial ist, wird dein Tutorial als “guten Content” bezeichnen, denn es kommt darauf an, wonach er sucht. Für jemanden der AJAX selbst programmieren will, wird dein Tutorial vermutlich zu 100% zutreffend sein, doch jemand der wissen will AJAX entstanden ist, wer es entwickelt hat und vielleicht sogar durch welche RFC’s (Request for comments), der wird bei deinem Content schnell die Biege machen.
Zielgruppen-Content
Darum sollte man sich bei seinem Content für einen Stil entscheiden. Wer ständig zwischen wissenschaftlichem Artikel und Tutorial hin- und herspringt, verwässert das Thema seiner Website. Es ist viel besser sich zu spezialisieren: “Praxis-bezogene Tutorials - die gibts bei mir” oder halt das Gegenteil “Keine Praxis, dafür Wissen”.
Listen sind king
Jetzt wird für den ein oder anderen vielleicht auch deutlich warum Listen so erfolgreich sind (Listen werden häufiger gebacklinkt und komplett gelesen). Listen erfüllen eine Motivation umfassend und einfach, ein Beispiel:
Ich suche nach Content der mir sagt, wie ich mehr Backlinks auf meinen Blog bekomme (um meine Motivation Prestige/Anerkennung oder Gewinn zu erfüllen) und nun stoße ich auf eine Liste die mir in 10 knallharten Punkten sagt, was ich zu machen habe.
- Ich kann die Informationen in einer Liste viel schneller aufnehmen (da ich mich nicht durch Textmassen kämpfen muss)
- und auch besser einprägen (”ah, Punkt 5 war Artikel in Artikelarchiven zu schreiben”).
Bevor man also seinen nächsten Artikel schreibt, sollte man sich überlegen welches Bedürfnis man damit bei seinen Lesern befriedigen wird und dann kann man sich auch viel leichter damit befassen, mit welchen Informationen man dies bewerkstelligen kann.
Verwandte Artikel
- Dein Content ist nichts wert solange die Titel nicht für dich arbeiten
- AJAX Anfängertutorial
- AJAX ultra short - keine Ausreden mehr
- Guter Content = Nützlicher Content
- Erfolg mit der eigenen Website - Qualititiver Content
5 Kommentare
Tut mir leid, die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen.

“In a world of infinite choice, context - not content - is king.” (Rob Reid, listen.com)
Ich kenne das Zitat muss aber sagen das ich es nicht ganz verstehe, denn Kontext heißt “Zusammenhang” oder aus dem lateinischen “zusammenweben, zusammensetzen; contextus = verflochten, fortlaufend” und darunter verstehe ich Links die auf andere Quellen verweisen. Das Internet besteht aus der Vernetzung von Quellen, inwiefern ist also Context King?
Wenn man sagt, ein Artikel ist nur so gut, wie die Quellen auf die er verweist, dann denke ich das das falsch ist, denn die Quellen, auf die man verweist, sind ja wiederum auch wieder Content und dann ist im Endeffekt wieder Content king.
Vielleicht trifft man sich in der Mitte, Content und Context sind king, denn ohne guten Content gibt es keine Quellen, aber der Wert einer Quelle steigt, wenn diese wiederum auf andere Quellen verweist mit ebenfalls gutem Content
Bei http://www.fischmarkt.de/2006/08/context_is_king.html ist es m.E. treffend erklärt. Da jegliche Art von content seinen Beschränkungen unterliegt (Autor, Umfang, Qualität der Sprache, Inhalt, Einzigartigkeit) und mittlerweile - Blogs sind dafür ein hervorragendes Beispiel - nahezu beliebig (re)produzierbar ist, ist seine Bedeutung ohne context nichtig.
Anderes Beispiel, aus dem Print-Bereich: Pressemeldungen. Content pur, aber ohne Context in 99% aller Fälle heisse Luft.
Wenn Du es wieder auf den Content und die darauf bzw. daraus verweisenden Links überträgst: genau diese Links (=context) sind das WESENTLICHE, nicht der Inhalt - der steht woanders auch.
Ein anderes, für mich derzeit sehr aktuelles Beispiel: Veröffentlichung von Jahresbilanzen. Ich erlebe seit mehreren Jahren, wie sich ein mehr oder weniger bekanntes Unternehmen bei sinkendem Umsatz und Gewinn “am Ende einer baldigst erfolgreich abgeschlossenen Restrukturierungsphase” sieht. Diese Darstellung wird von der gesamten renommierten Finanzpresse - gespickt mit weiterem Zahlenmaterial der Konkurrenz u.ä. Finanzmaterial - jedes Jahr nahezu 1:1 übernommen. Ist ja schliesslich willkommener Content.
Würde man im Kontext dazu jedoch auf die teils konstant katastrophalen Produkt-Tests in der Nicht-Finanzpresse verweisen, glaub’ mir: dieses Unternehmen gäbe es nicht mehr. DAS ist die Macht, die man mit Context hätte, wenn er denn konsequent angewendet würde.
Ah ok, das macht Sinn. Nun verstehe ich schon besser inwiefern Context King ist, doch ich bleibe bei Content ist king (für diesen Artikel) denn für meine Leser ist es die beste Lösung:
Jemand der einen Blog oder eine Website hat und Artikel schreibt, um seinen Besuchern einen Wert zu geben, dem wird dieser Artikel helfen bessere Artikel zu schreiben. Das trifft auch quasi auf das zu was ich in meinem Artikel angesprochen habe: Zielgruppen-spezifische Artikel, in meinem Fall praxisorientiert. Meine Besucher sollen die Artikel lesen und direkt für ihre Website umsetzen können (ich schweife allerdings auch öfter mal in den rein theoretischen Bereich ab, daran muss ich noch arbeiten).
Aber nichts destotrotz, vielen dank für die Aufklärung und Ergänzung, so müssen Kommentare sein und davon hat jeder etwas!!