Der Weg des Coders und des Designers
Programmieren kann man ohne weiteres lernen, ob PHP, Java, ASP, (von mir aus auch HTML und CSS) programmieren zu lernen ist nicht leicht, aber dennoch erlernbar, vor allem wenn man schon Programmiererfahrung hat, ist für das Erlernen anderer Sprachen oder Techniken kein Spagat mehr nötig. Um “Coden” zu lernen empfiehlt sich meist ein Tutorial aus dem Internet, ein schlichter, sauberer Texteditor und dann einfach der Wille anzufangen. In der Coder-Welt startet man prinzipiell mit dem guten alten “Hello World”, dies repräsentiert eine Anwendung die nahezu nichts kann, aber für die die Grundlagen nötig sind und mit der man direkt seine erste Anwendung programmieren kann. Alles danach ergibt sich dann aus weiteren Tutorials, aus Problemen die man lösen möchte oder schlicht aus Büchern.
Wie verhält es sich aber mit dem Design, wie lernt man diese hohe Kunst? Gibt es ähnliche Wege wie beim coden, ähnliche Ansätze? Ganz weit gefasst kann man die Programmiersprachen des Coders mit den Grafikprogrammen des Designers gleich setzen: Beide Gruppen sollten in der Regel die Software einsetzen, welche die optimale Lösung für das Problem bietet, aus pragmatischen Gründen wählen viele aber dennoch die Software/Programmiersprache mit der sie am besten vertraut sind.
Nun gibt es auch für den Designer haufenweise Tutorials im Netz, Tutorials wie man gewisse Probleme genau löst, doch wie man zum Beispiel eine komplette Website entwirft (also einen Bauplan für viele viele unterschiedliche Layouts), gibt es nicht und das ist natürlich klar, denn dieser Bereich ist zu komplex. Man kann natürlich in einer Schritt-für-Schritt Anleitung erläutern wie man mit der Software XY eine bestimmte Website erstellt, doch das reicht bei weitem nicht aus, der Designer muss selbst kreativ sein und sein Layout selbst entwickeln. Dennoch unterscheidet sich in dieser Hinsicht der Weg des Coders nicht sonderlich von dem des Designers.
Wenn wir davon ausgehen, das der Coder die Programmiersprache ausführlich beherrscht, dann heißt es noch lange nicht das er eine funktionierende und gute Webanwendung programmieren kann, ebenso ist es mit dem Designer, dem das bloße Wissen über die Funktionsweise seiner Software nicht ausreicht um ein funktionierendes und ansprechendes Webdesign zu entwerfen. Hier tritt die harte, praktische Tätigkeit in den Vordergrund, coden und designen bis zum umfallen, sich an den “Großen” orientieren, kopieren und verstehen worum es geht, sich selbst kleinere Aufgaben stellen und dadurch besser werden. Vielleicht ist es manchen in die Wiege gelegt ein Talent auf seinem zu sein und entweder das Coden oder das Designen (vielleicht gar beides) auf einem anderen Weg, einem leichteren, zu erlernen, Otto-Normal-Coder/Designer hingegen wird nicht umher kommen sich diese Skills durch tägliche Praxis anzueignen.
Auch wenn diese beiden Welten, die des Coders und des Designers auf den ersten Blick so völlig unterschiedlich sind, im Endeffekt ist die Herangehensweise die gleiche, Übung macht den Meister!
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5 Kommentare
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Hi,
dieser Artikel enthält einen wesentlichen, wenn auch verbreiteten, Irrtum. Es geht um den Begriff “Designer”. Schon allein der Vergleich eines “Coders” mit einem “Designer” ist, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ebenso falsch ist es, den begriff “Designer” mit Grafikprogrammen zu koppeln. Der Begriff “Designer” umfasst wesentlich mehr. So ist ein Softwareentwickler zunächst und vor Allem ein Designer. Und damit meine ich nicht das Bildschirmdesign, das ist ein eigenes Berufsfeld. Die Strukturierung von Funktion und Information, die Definition und Implementierung von Abstraktionsebenen und schließlich die sinnvolle Kombination aller verschienener Bausteine zu einem funktionierendem Ganzen, das *ist* Design. Und das trifft in genau dieser Weise sowohl auf Softwareentwickler wie auch auf Webdesigner zu. Wer Webdesign auf Bildchenmalen reduziert, macht einen ganz grundsätzlichen Fehler.
Auch im Bereich html gibt es den reinen “Coder”, der zwar html beherrscht, deswegen aber noch lange keine Webseiten erstellen kann. In der Anfangszeit der IT gab es im Bereich der Softwareentwicklung noch die Unterscheidung zwischen den Software-Ingenieuren (Software-Designer) und den reinen “Codern” (aka Programmierer). Diese Unterscheidung war allerdings nicht haltbar, da in allen Fällen die Ingenieure auch mit der Aufgabe des “codens” beauftragt wurden. Und genauso wie auch heute noch die Aufgabe eines Softwareentwicklers missverstanden wird und mit reinem Coding verwechselt wird, so wird auch die Aufgabe eines Webdesigners immer noch mit der Aufgabe eines Bildermalers, oder bestenfalls mit der Aufgabe eines Bildschirmdesigners verwechselt.
Ich erinnere mich da an eine Anekdote, die ich mal gelesen habe. Es geht dabei um Softwareentwicklung, aber der Gedanke dahinter ist ohne Weiteres auf Webdesign übertragbar. Da beschwerte sich ein Büromensch bei der IT-Abteilung darüber, daß sein Drucker nicht funktionierte. Der IT-Mensch kam, sah und sagte: “Ah ja, da fehlt ein Treiber”. Daraufhin startete der Büromensch sein MS Word, hielt die Hände über die Tastatur und sagte auffordernd: “Na denn, schreiben wir mal eben einen!”.
Sehr schöner Artikel. Das Erlenen einer Programmiersprache ist einfacher als das Design. programmieren ist ja wie sprechen. Es gibt eindeutige Grammatik-Regeln (Syntax). Man kann sich zwar umständlich ausdrücken oder eben elegant. Was dabei herauskommt funktioniert (1) oder nicht (0) etwas dazwischen gibt es nicht.
Beim Deign gibt viele viele Zwischenzustände zwischen 0 und 1. Es gibt zwar auch Regeln (Typo,
Layout etc.) die man irgendwann im Kopf hat. Diese helfen aber nicht beim Kreativprozess. Der Programmierer braucht kein Talent um eine gute Anwendung zu schreiben, der Designer aber schon, wenn er gutes Ergebnisse abliefern will.
Übung brauchen beide Seiten. Der Programmierer wird von Anwendung zu Anwendung schneller, bekommt Routine rein und wird sich auch einen eleganteren Stil anlegen. Der Designer kann üben, sich kreativ zu verhalten. Das hat nicht nur Vorteile im Designen, sondern auch bei Gesprächen oder bei Ideenentwicklung in anderen Bereichen.
Wow, super Kommentare, umfangreich und tiefgehend, das wünscht sich jeder Blogger!
@Siegfried: Du hast natürlich recht damit was du sagst, das diese Trennung an sich nicht richtig ist, allerdings ist es verständlicher von “Designer” und “Coder” zu sprechen (zumindest für die meisten Leser).
*seufz* Leider! Vermutlich ist mein ständiges Querschießen bei diesem Thema der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen. Du hast Recht, die Verwendung dieser Begriffe ist so wie von Dir verwendet allgemein akzeptiert und daher verständlich. Leider wirkt sich das aber eben auch in der Praxis so aus, daß dieses falsche Verständnis dieser Begriffe auch z.B. ein falsches Verständnis des Berufs des Webdesigners mit sich bringt. Und zwar sowohl von den Kunden als auch von den Webdesignern.
Um Martin Labuschins Einlassungen mal aufzunehmen: Der reine Coder braucht vielleicht nur wenig Talent. Er braucht im Wesentlichen Wissen, und die Fähigkeit, konsequent und konzentriert zu arbeiten. Das trifft auf html-Coder genauso zu wie auf c-Coder oder PHP-Coder oder xml-Coder oder wasweisich-Coder. Der Designer auf der anderen Seite (Softwaredesigner genauso wie Webdesigner) braucht darüberhinaus Talent, Kreativität und nach Möglichkeit Erfahrung. Coden kann man durch eine Schulung lernen. Design braucht vor Allem Übung und Reflektion. Außerdem ist ein ordentlicher Spieltrieb dabei sehr hilfreich.
Inwiefern bezeichnet man die Person die die Datenbankstruktur festlegt? Wird die als Datenbankdesigner bezeichnet? Denn in diesem Bereich ist es ja ähnlich wie beim Coder, der DB-Designer muss wissen wie er die optimale Strukur festlegt, welche Tabellen er anlegt und auf welche er verzichtet (um die Queries nicht zu komplex zu machen) usw.