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Wieviel verdient ein Webdesigner


Ich gehe von folgendem Typ Webdesigner aus:

  • Er hat fundiertes Wissen über: Html/XHtml, CSS, PHP, MySql
  • Wissen über Farben - Erzeugung von Stimmung
  • Grundlegende psychologische Verhaltensweisen von Internetusern sind ihm bekannt - wo schaut der User zuerst hin, wie dick müssen Ränder sein um Content voneinander abzugrenzen usw.
  • er erkennt ein gutes Layout
  • ein Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop sollte er bedienen können
  • er weiß das Tabellenlayouts schlecht, böse und totbringend sind - Webstandards sind ihm vertraut
  • er kennt sich im Bereich CMS aus und weiß welche Software er für welche Aufgabe einsetzt
  • der Webdesigner sollte immer auf dem Stand der Dinge sein: Rss, Webtechnologien, Trends - er sollte dies verfolgen, sowie wichtige Begriffe kennen und erklären können

So jetzt haben wir schonmal einen Grundtypen festgelegt, dieser wird einen Webdesign-Auftrag sicher vollenden und auch dafür bezahlt werden, doch WIEVIEL bezahlt man so einem Webdesigner, bzw. wieviel kann er verlangen?

Genau das ist auch das Problem, die einen nehmen soviel, die anderen soviel. Ich schätze es fängt hier bei 20 Euro an und geht dann bis zu 100 Euro pro Stunde. Um diese Summen bezahlt zu bekommen, muss man sich aber schon qualifiziert haben und einiges nachweisen können.

Konkrete Zahlen - was kann ich verlangen
Webdesign ist ein kreativer Beruf (vorausgesetzt man hat keine akkord Arbeit in einer durchstrukturierten Designagentur ohne die Möglichkeit auf kreative Einwürfe) und kreativ sind auch die Preise. Wer noch keine Referenzen hat sollte sich ganz unten ansiedeln. Am besten schaut ihr in eurer Heimatstadt nach neuen Geschäften oder dergleichen Ausschau und fragt dort einfach mal an, ob ihr für dieses Geschäft eine Website entwerfen dürft. Ihr versprecht einen kostenlosen Entwurf und macht diesen mit Photoshop.

Wenn ihr gut genug seid, könnt ihr nun loslegen und die Website umsetzen. Dies ist immer eine bessere Einstiegsmöglichkeit als die Website eures Nachbarn zu gestalten da ihr mit Personen zu tun habt, die ihr nicht kennt und so das ganze einen offiziellen Charakter erhält. Macht einen Festpreis aus und steckt dann soviel Arbeit in das Projekt das ihr auf einen Stundenlohn zwischen 15 und 20 Euro kommt (das Ergebnis sollte aber so gut sein, das der Kunde es auch abnimmt). Eine andere Taktik für den Start ist - in Bezug auf den Preis - eine sehr gute Website zu einem günstigen Preis zu liefern. Wenn man Glück hat wird man vom Kunden weiterempfohlen und hat so schon den nächsten Auftrag in der Tasche.

Nun geht es weiter mit dem nächsten Auftrag - wichtig ist nun das man keinen Schritt zurück macht. Das nächste Projekt sollte größer sein und demnach auch mehr einbringen. Werben kann man nun mit der Referenz des vorigen Kunden (und vielleicht seinem positiven Feedback, welches sich der neue Kunde per Telefon einholen kann), doch muss man sich immernoch auf die Suche nach seinem Webdesignauftrag machen.

Der Schritt zur Designagentur
Die ganz großen Kunden - und damit das große Geld - kann man aber erst mit der eigenen Designagentur kriegen. Diese zwischen den anderen bestehenden Agenturen durchscheinen zu lassen ist nicht einfach. Man muss kreativ und / oder trickreich sein. Hier einige Tipps seine Designagentur von der Masse abzuheben:

  • Spezialisierung - Nischen finden, oder auf seinem Gebiet der beste sein. Vielleicht mit starken Flashanimationen oder mit leistungsfähigen PHP-Anwendungen
  • Content bieten - wie schon im Lawblog zu sehen - bloggt man über SEIN Thema, erhält man Publikum und Publikum macht publik
  • Originell sein - seht dazu “Websites aus einer fiktiven Vergangenheit

Festpreise wird es in diesem Bereich nicht mehr geben, man trifft den Kunden und verhandelt mit ihm. Je nach eingesetzter Technologie und Umfang wird der Verdienst für die Website ausfallen.

Fazit
Man findet im Internet keine Angaben, es gibt sie auch nicht. Mein Tipp: Verkauft euch nicht unter Wert, aber überschätzt euer Können auch nicht. Startet klein und wachst konsequent (15 Euro Stundenlohn sollten für obrige Kenntnisse absolutes minimum sein), schätzt eure Arbeit objektiv ein und lasst sie von Einzelpersonen, die euch nicht kennen, bewerten. Dazu noch ein Tipp: Geht nicht in ein Forum und postet den Link zu eurer Arbeit mit der Bitte ein Feedback zu erhalten, schreibt lieber Einzelpersonen per “privater Nachricht” an und lasst diese dann ein Urteil abgeben.

Update:
Von 2 Usern dieses Blogs habe ich noch wichtige Informationen als Kommentar bekommen, die ich hier noch veröffentlichen will:

Von MP:Ole:
Im iBusiness Honnorarleitfaden 2004 steht bei programmierung von Intenetseiten. Ein Gesamtdurchschnitt von 67€. Die Spanne ging von 14€-140€. Der Kernbereich lag bei 37€-98€. Beim Screen design lag der Durchschnitt bei 71€ und der Kernbereich ging von 42€-99€. Schaut man sich da den Vergütungsvertrag Design (2002) an muss man noch mal min 40% auf den Durchschnitt aufschlagen zzgl. Nutzungsfaktor. Naja die Realität sieht sicher etwas anders aus. Aber hört auf mit 15€ das ist nie und nimmer wirtschaftlich für einen Freiberufler.

Von Robert Wetzlmayr:
Falls du von einer steuerlich korrekten Abwicklung ausgehst und davon, dass die Arbeit den Lebensunterhalt finanzieren muss und nicht nur etwa als Hobby, das sogar Geld bringt, betrieben wird, ist ein Stundensatz unter 50 EUR kaum vorstellbar. Netto blieben ja von den 15 EUR um die 10 bis 12 EUR.

Zum Vergleich: Für 7 EUR kommt Reinigungspersonal in’s Haus, für 75 EUR repariert der Mechaniker mein Auto.

webdesigner, geld verdienen, designagentur


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am Januar 9, 2006 um 01:54 Uhr | in Webdesign | 23 Kommentare

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19 Kommentare
  1. mastblau, Januar 9, 2006:

    Ich habe zwar keine Ahnung wie du auf 15 Euro Stundenlohn kommst, aber das kann nur ein Witz sein. Viiiieel zu wenig.

    Wenn man davon ausgeht, dass einer Webdesign professionell betreibt und nicht nur für einen Freund eine Webseite zusammenschustert, dann kann man ebenso davon ausgehen, dass die Webseiten korrekt ausgeführt und programmiert sind. Falls nicht, ist bereits jeder Euro zuviel, und derjenige hat in diesem Gewerbe (noch) nichts zu suchen.

    Man darf sich nicht wundern, wenn das Gewerbe den Bach herunterläuft, wenn Kreativleistungen quasi zum Nulltarif angeboten werden.

    Als Minimumwert würde ich mal 50,-/Stunde festlegen. Für eine korrekte und schnell programmierte Webseite auf alle Fälle wert.

  2. erich, Januar 9, 2006:

    muss mastblau recht geben. 15€ sind für einem selbstständigen viel zu wenig. Wenn man in ner Agentur arbeitet kanns einem schon passieren dass man nur so wenig bekommt aber freiberuflich ist klar 50+ drinnen.
    heise publiziert regelmäßig durchschnittsgehälter von selbstständigen IT Dienstleistern (webdesign fällt da wohl darunter) und ich kann mich erinnern, dass die werte so um die 70€ sich streuen.

  3. Christian Strang, Januar 9, 2006:

    Naja die 15 Euro waren auch absolutes minimum und dann für jemanden der seine erste semiprofessionelle Website erstellt um einen Einstieg in den Markt zu finden. Ich finde 15 Euro auch zu wenig und tendiere mehr zu 50 Euro Stundenlohn, eher noch ein bisschen mehr (meine angegebenes Spektrum ging ja auch bis 100 Euro). Aber gut das ihr so wehemend dagegen angeht, das zeigt mir das die Messlatte wohl doch höher angelegt werden sollte.

  4. Robert Wetzlmayr, Januar 10, 2006:

    Falls du von einer steuerlich korrekten Abwicklung ausgehst und davon, dass die Arbeit den Lebensunterhalt finanzieren muss und nicht nur etwa als Hobby, das sogar Geld bringt, betrieben wird, ist ein Stundensatz unter 50 EUR kaum vorstellbar. Netto blieben ja von den 15 EUR um die 10 bis 12 EUR.

    Zum Vergleich: Für 7 EUR kommt Reinigungspersonal in’s Haus, für 75 EUR repariert der Mechaniker mein Auto.

  5. Christian Strang, Januar 10, 2006:

    Das ist ein guter Vergleich, und da machen die 50 Euro und mehr tatsächlich Sinn. Bei 15 Euro siedelt man auch eher den Schüler an, der sich von da an hocharbeiten kann.

  6. MP:Ole, Januar 10, 2006:

    Im iBusiness Honnorarleitfaden 2004 steht bei programmierung von Intenetseiten. Ein Gesamtdurchschnitt von 67€. Die Spanne ging von 14€-140€. Der Kernbereich lag bei 37€-98€. Beim Screen design lag der Durchschnitt bei 71€ und der Kernbereich ging von 42€-99€. Schaut man sich da den Vergütungsvertrag Design (2002) an muss man noch mal min 40% auf den Durchschnitt aufschlagen zzgl. Nutzungsfaktor. Naja die Realität sieht sicher etwas anders aus. Aber hört auf mit 15€ das ist nie und nimmer wirtschaftlich für einen Freiberufler.

  7. MP:Ole, Januar 10, 2006:

    Ach ja, den iBusiness Honnorarleitfaden gibt es für ca 20€ bei http://www.ibusiness.de/ und der Vergütungstarifvertrag Design ist ab Februar wieder bei http://www.agd.de im Shop für 30€ zu finden.

  8. Christian Strang, Januar 10, 2006:

    Danke für eure Daten, ich habe sie dem Beitrag hinzugefügt, solltet ihr Änderungen dazu wünschen, dann lasst es micht wissen.

  9. Grimmy, Januar 17, 2006:

    jetzt wird’s denke ich haarig, auf der einen Seite die Hobby Designer auf der anderen Seite die Profi Designer.

    Wer wirklich Geldverdienen bzw. seinen Lebensunterhalt beschreiten möchte, braucht mindestens 50 €. Absolut. Aber wie sieht die Marktlage tatsächlich aus? Sind 50 € pro Stunde zu verlangen?

    Ich denke nicht. Eine Seite ist heute innerhalb von 8 Stunden erledigt. Es gibt so viele Vorlagen, die man im Internet kostenlos runterladen kann. Dafür 400 € (464 € inkl. Mwst)zu verlangen ist nicht gerechtfertigt.

    Heute spricht man als Webdesigner mehr die ein Mann Unternehmen an. Die großen haben schon lange Agenturen und die mittelständischen stellen meistens eine Person für Internet etc. ein. Somit bleiben die Freiberufler und Unternehmensgründer.

    Welcher Freiberufler/Unternehmensgründer investiert gleich zum Start 400 €, wenn er sich mit dem Internet und Design nur ein bißchen beschäftigen muß. Viele CMS sind kostenlos und einfach einzurichten.

    Ich denke nur Webdesign alleine rechtfertigt 50 € Stundenlohn nicht. Es muß mehr sein… Komplette Betreuung über 2 - 3 Monate etc.

  10. Christian Strang, Januar 17, 2006:

    Sehr interessanter Punkt den du ansprichst, allerdings auch deprimierend zugleich. Wer mit Webdesign auffallen will muss auch was besonderes bieten, wie du schon sagtest, der Standard wird über Templates bedient.

  11. dee, Februar 2, 2006:

    “Es gibt so viele Vorlagen, die man im Internet kostenlos runterladen

    kann. Dafür 400 € (464 € inkl. Mwst)zu verlangen ist nicht gerechtfertigt.”

    Wenn man als Webdesigner ein Template benutzt, hat man die Berufsbezeichnung nicht verdient. Und selbst mit

    einer

    Vorlage wage ich es ernsthaft zu bezweifeln, dass Template und CMS innerhalb von 8 Stunden angepasst sind

  12. dee, Februar 2, 2006:

    “Es gibt so viele Vorlagen, die man im Internet kostenlos runterladen kann. Dafür 400 € (464 € inkl. Mwst)zu verlangen ist nicht gerechtfertigt.”

    Wenn man als Webdesigner ein Template benutzt, hat man die Berufsbezeichnung nicht verdient. Und selbst mit einer Vorlage wage ich es ernsthaft zu bezweifeln, dass Template und CMS innerhalb von 8 Stunden angepasst sind

  13. Verlinkungscommunity, Februar 14, 2006:

    na, ja - in den neuen bundesländern gibts

    massenweise Leute, die für einen stundenlohn von 6€ alles tun - das ist die andere Realität..

  14. Verlinkungscommunity, Februar 14, 2006:

    na, ja - in den neuen bundesländern gibts massenweise Leute, die für einen stundenlohn von 6€ alles tun - das ist die andere Realität..

  15. Verlinkungscommunity, Februar 14, 2006:

    PS (offtopic): surf mal dein blog ab mit

    eingeschalteter Javascript-Fehlermeldungen im IE

    Grüße von Anderas

  16. Verlinkungscommunity, Februar 14, 2006:

    PS (offtopic): surf mal dein blog ab mit eingeschalteter Javascript-Fehlermeldungen im IE

    Grüße von Anderas

  17. Christian Strang, Februar 14, 2006:

    oh mist, werde mich um die Fehlermeldungen kümmenr. Danke für den Hinweis!!

  18. Jens Schulze | Webdesigner, April 7, 2008:

    Hi, der Beitrag ist zwar schon etwas älter. Es interessiert mich aber wie ihr derzeit die Lage einschätzt. Vor allem sollte man auch die gravierenden unterschiede zwischen OST-WEST bzw. NORD-SÜD festhalten. In München verdient man als Webdesigner fast das doppelte. Na klar sind dort die Lebenskosten viel höher. Ich sehe zu dem das Problem, das einige sich für ein Appel und n Ei verkaufen. Das zieht den verdienst aller runter.

    bg Jens

  19. Andreas Reich, November 3, 2008:

    Auch ich habe festgestellt, das insbesondere die Region eine große Rolle spielt. Aus Gesprächen zwecks Netzwerken habe ich feststellen können, das im Raum Münschen die Preise bis zu 4 mal so hoch sind wie bei mir. In Zahlen ausgedrückt: München ca. 85 EUR - bei mir 24.- EUR (Nettoangaben)

    Grund ist hier zum Teil auch, das in Regionen die Konkurenz auf Grund schlechter Arbeitsmarktlage durch Schüler und Webmaster ohne Gewerbeschein sehr groß ist. Denn auch die Unternehmen aus dieser Region besitzen dadurch weniger finanzielle Mittel und fragen mal ebend den Neffen ob er das machen kann.
    Gut, über das Ergebnis im Vergleich zu einem Professionellen läßt sich streiten, aber wenn die Kassen leer sind, spielt das scheinbar keine große Rolle mehr.

    Vielleicht sollten sich mal die Webmaster im Unternehmersinne zusammentun und sich auf ein Niveau festlegen, mit dem alle Leben können. Dann würde es sicher weniger geben, die das ohne Finanzamt abwickeln.

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