Website-Planungsphase - 1-Mann-Projekt
Da ich keinen Schimmer davon habe wie es ist eine Website in einem großen Team zu entwickeln werde ich mich hier mal dem 1-Mann-Projekt widmen und die Schritte auflisten die ich auch selbst bei der Umsetzung eines Projekts durchgehe:
Es empfiehlt sich vor diesem Artikel diesen hier zu lesen: Webdesignprozess mit Iterationen. Eine Website mit Iterationen zu erstellen ist gerade für 1-Mann-Projekte sehr gut geeignet, da man früh Ergebnisse erzielt und dennoch zu einem guten bis sehr guten Ergebniss kommen kann.
- Nutzen - sobald ich eine Idee habe ist in meinem Kopf kein Halten mehr, es geht wild durcheinander und die Idee nimmt seinen Lauf. Ich muss mich hier immer selbst bremsen und mich stark auf den Nutzen für den Besucher konzentrieren.
Also fange ich an eine Liste mit Nutzen für den Besucher zu erstellen, was kann er auf meiner Website machen, welche Probleme (!) löse ich für ihn, warum sollte er wiederkommen und überzeugt ihn mein Angebot so sehr das er wiederkommt?
Ganz wichtig hierbei: Es geht nicht darum eine möglichst lange Liste zu haben, es reicht schon ein Nutzen, vorausgesetzt er ist stark genug (Bsp.: Google-Nutzen - Informationen ohne langem Suchen zu finden) - Nutzen (Idee reifen lassen) - der Punkt ist hier absichtlich nochmals aufgeführt, da er so wichtig ist. Scheitert der Nutzen, scheitert die Website! Es ist schwierig in diesem frühen Stadium seine Idee reifen zu lassen, ich selbst würde am liebsten auch direkt schon die ersten Zeilen Code eintippen oder mich ans Layout setzen. In diesem Stadium danke ich der größten Erfindung unserer Zeit - dem Notizblock (nicht zu verwechseln mit Notizblog ;) ).
- Zielgruppe - Wen erwarte ich auf meiner Website und wer wird mein Angebot nutzen?
- Motivation - Die Motivation ist bei 1-Mann-Projekten immer sehr wichtig, denn in der Regel ist das Ergebnis des Projekts für einen selbst bestimmt und nicht für einen Auftraggeber. Ich habe festgestellt das in 95% der Fälle eine Website auf den Gewinn hinzielt, also warum nicht darüber reden wenn es doch sowieso jeder im Kopf hat. Die Motivation “finanzieller Gewinn” ist langwierig motivierend, kann aber auch zum Scheitern des Projekts führen, wenn der Rahmen des Gewinns unrealistisch betrachtet wird (zum Beispiel mit einem Blog kann man es nicht schon nach 2 Monaten schaffen, täglich, einen zweistelligen Betrag zu verdienen usw.)
- Zielformulierung - hört sich banal an, aber mir hilft ein klares Ziel mich besser zu konzentrieren und zu wissen was ich genau erreichen will. Wenn das Projekt beendet ist, welche Ergebnisse will ich dann sehen? Damit verhindere ich auch ein abschweifen vom Ziel, zum Beispiel durch die Implementation von ungeplanten Elementen. Erstmal das Projekt realisieren und die Ziele erreichen, später kann man dann immernoch weitere Features einbinden (die Features sollte man selbstverständlich im Hinterkopf behalten und die Programmierung auf eine einfache Implementation ausrichten)
- Wohin kann sich das Projekt entwickeln - Um im nächsten Schritt die Kapazitäten zu berechnen ist es wichtig zu wissen was mit diesem Projekt möglich sein wird und welche weiteren Bereiche sich damit noch erschliessen lassen können. Wichtiger, aber auch gefährlicher Schritt zugleich: Man fängt an zu träumen und setzt Erwartungen an das Projekt, die meist nicht innerhalb kürzester Zeit zu erreichen sind. Dieser Part ist wichtig, man sollte aber stets beachten das er noch in weiter Zukunft liegt
- Soft- und Hardware - Programmiere ich selbst in PHP, nutze ich ein CMS, gibt es eine fertige Software, wähle ich einen shared oder einen managed server? Alles fragen die man beachten sollte, vorallem in Bezug auf Geschwindigkeit und Belastbarkeit! Eine Website die langsam läd oder ewig für die Bearbeitung einer Suchanfrage benötigt kann noch so tolle Inhalte bieten, der Großteil der Besucher wird davon abgeschreckt werden
- Die sensiblen Kriterien erfassen - Welche Punkte sind essentiell damit das Projekt erfolgreich sein kann. Leichtes Beispiel: In Blogs sind es die Artikel, der Content. Wenn der Content nicht funktioniert, funktioniert der Blog nicht für die Besucher. Den sensiblen Kriterien gilt besondere Aufmerksamkeit vorallem bei der Umsetzung.
- Wissenslücken füllenWenn ich etwas nicht beherrsche, versuche ich es zu lernen. Ganz wichtig: Gibt es bessere Methoden dieses oder jenes umzusetzen als mit den Kenntnissen die ich schon habe? Vielleicht liefert mir Java ein besseres Ergebnis als PHP? Deshalb überlege ich mir vorher immer wohin sich ein Projekt entwickeln kann und welcher “Belastung” es standhalten muss. Es ist fatal auf altem Wissen zu ruhen, bestes Beispiel ist die Umsetzung einer Website mit Tabellen.
Mich interessieren eure eigenen Erfahrungen, gibt es Punkte die ihr bei der Umsetzung eurer Projekte noch beachtet? Hinterlasst eure Meinung als Kommentar!
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10 Kommentare
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Wichtig finde ich noch mit welchem Content kann ich meine Seite REGELMÄßIG füttern. Den meist macht man zuerst eine Seite und weiss dann nicht was man sonst rein machen soll…
Und apropo finanzieller Gewinn, ich finde nach dem Artikel würde es auch ein Adsene werbung reichen. Der zweite verleitet mich eher dazu es zu ignorieren…
“Und apropo finanzieller Gewinn, ich finde nach dem Artikel würde es auch ein Adsene werbung reichen. Der zweite verleitet mich eher dazu es zu ignorieren”
Stimmt, aber das ganze wird über ein Script geregelt welches Adsense nach der Anzahl der Worte und bestimmten anderen Bedingungen anzeigt. Ich könnte diesen Fall zwar noch aushebeln, aber es kommt ja nur sehr selten vor.
das mit der idee geht mur auch öfter so. idee ist auf einmal da. dann schreibt man manchmal über zwei drei tage seine ideen auf. macht sich erste skizzen wie das ganze aussehen kann. aber umgesetzt hab ich davon leider noch nie richtig was.
woran liegts?
hm ich denke mal an meinen nur rudiementär vorhanden programmierkenntnissen und dem durchhaltevermögen, dazu kommt das die idee, dann meistens mehr arbeit auf sich ziehen, als das sie einer schafft.
aber das mit dem programmierkenntnissen werd ich die nächsten drei jahre bei meiner ausbildung zum fachinformatiker für anwendungsentwicklung hoffentlich beisete legen können.
Von diesem Phänomen habe ich schon gehört und es ist mir auch selbst schon passiert, man plant und plant, aber macht es nicht. Tja, wie kann man dem entgegenwirken? Ich denke für Leute die sehr viel planenn tut es gut “einfach mal anzufangen”, ein paar Zeilen Code zu tippen damit man schonmal etwas hat.
“Gleiches Schicksal”
@Paul: Wow, hab genau das gleiche Problem. Bei mir liegts auch an den Programmier-Kenntnissen.
Hinzu kommt noch, dass ich ungern etwas unfertiges bzw. “geklaute” präsentiere. D.h. WP Installation allein reicht nicht. Ich will ein eigenes Template erstellen; dann natürlich Features wie SuMa-freundliche Links, gute Navigation, diverse andere Plugins…
Das summiert sich alles und ich würd mich doch einfach gern mitteilen…
(jetzt etwas überspitzt dargestellt)
“72-Stunden-Regel”
In dem Zusammenhang find ich auch die 72-Stunden Regel (*1) interessant:
Was ist, wenn ich innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt tu, dann aber “stecken bleibe”?
Gibt es so eine Art “wenigstens alle 72 Stunden Regel”: die besagt, dass man alle 72 Stunden konkret etwas für das Projekt tun muss, damit die “Wahrscheinlichkeit des Gelingens” hoch (>50%) ist?
“Konkret” heißt etwas praktisch umzusetzen. Sprich, nicht nur in verschiedensten Blogs zu lesen, wie ich ein Template bauen kann, sondern anzufangen eines zu bauen…
Quellen:
(*1) 72 Stunden Regel
Mir geht es so, dass beim Planen der Funktionen auch gleichzeitig mein “Designer-Herz” anfängt zu schlagen und ich nach einer kurzen Codingphase dann erstmal das Design bastle.
Die Funktionen Reincoden kommt dann immer Stück für Stück. Manchmal klappts und manchmal nicht.
Werde mal Deinen Ansatz ausprobieren, wenn ich ein neues Projekt starte.
Gruß Chris
ich bin froh wenn ich das Design so weit wie möglich nach hinten schieben kann, denn ne Design-Granate bin ich bei weitem nicht. Naja jeder hat seine Kompetenzen, aber bei dieser Form der Entwicklung kommt es mir zugute das ich das Design erst sehr spät erstellen will.
Poste bitte deine Erfahrung ob du damit besser klarkommst wenn du es ausprobiert hast.
Meiner Meinung nach soll doch eine Webseite Information vermitteln, egal ob über einen Preis oder ein Produkt oder eine Firmenphilosophie. Also man nehme ein CMS, einen Dienstleister der sich damit auskennt, ein fertiges Design und die eigene Information, schon hat mann eine Webseite die Ihren Zweck erfüllt. Erst wenn man feststellt das die eigene Information genügend wichtig ist, kann man sich um Feinheiten am Design kümmern.
Stimmt wohl, der Inhalt entscheidet, aber natürlich auch die Optik, wie es CMS SYSTEME sehr gut in diesem Kommentar verglichen hat: User optimierter Content
Das Problem mit der/den Idee(n) und der Planung kenne ich selber.
Ich habe immer sehr sehr viele Ideen, nur nie einen wirklichen “Plan”, wie ich das am besten umsetze.
Ich bau mir schonmal meine Ordnerstruktur zusammen und dann programmiere ich einfach los… meine Planung passiert also irgendwie unbewusst im Kopf.
Und ich denke (zumindest bei mir ist es so), dass bei der Idee direkt der Content, der einmal zu sehen sein soll, gleich mit “eingeplant” wird.
Und Features sind immer gut, solange alles noch übersichtlich bleibt.
Nur bei mir sind die Features dann immer nur halbfertig… “gerade mal so funktionstüchtig”.